Ein Korb voller Bücher.

Alles fing an mit einem Korb voller gebrauchter Bücher vor meiner Wohnungstür. Romane, Krimis, seitenweise leichte Literatur, aber auch der ein oder andere Klassiker dazwischen. Meine Nachbarin hatte sie mir vor die Tür gestellt. Wortlos. Naja nicht ganz. „Lesen Sie eigentlich?“ hatte sie mich ein paar Tage zuvor bei einer zufälligen Begegnung Flur gefragt. „Mögen Sie Romane?“. Als studierte Literaturwissenschaftlerin konnte ich diese Frage kaum verneinen. Und nun das. In jedem Buch, hatte die erste Leserin das Datum ihrer Lektüre sowie ein zwei kurze Notizen zu ihrem Leseeindruck notiert. „Exzellent, aber langatmig“ oder „Kurios im Detail“, oder „Schluderiger Stil“ stand da. Ich war beeindruckt. Der Korb sollte nicht der letzte sein. In den letzten Jahren haben viele Körbe vor meiner Wohnungstür gestanden. Alle Bücher waren annotiert. Einige habe ich weiterverschenkt. Andere selber gelesen. Übernommen habe ich die Idee, das Lesen nicht einfach auf sich beruhen zu lassen, sondern Leseeindrücke zu sammeln. Ohne die Bücherkörbe meiner Nachbarin hätte ich nie damit begonnen im großen Stil über die Dinge, die ich lese uns sehe zu schreiben. Ihr gebürt mein aufrichtiger Dank.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert